Kulturelles Kapital

Kulturelles Kapital

Der Begriff „Kulturelles Kapital“ stammt vom französischen Soziologen Pierre Bourdieu und spiegelt seine sozialen Vorstellungen wieder. Kulturelles Kapital soll zum Teil die Bildung umfassen, die in den sozialen Beziehungen der Menschen untereinander Nutzen bringen soll. Bildung gilt als körpergebunden, an die Menschen, die die Bildung erlangt haben, gebunden und wird in der Familie von den Eltern an die Kinder weiter gegeben. Die Familie besitzt dabei unterschiedliches Kulturelles Kapital. Ein weiterer Aspekt des Begriffes "Kulturelles Kapital" ist der Besitz kultureller Güter. Die Macht, die durch Titel und Stellen entstehen kann, gehört auch zum kulturellen Kapital. Es geht Bourdieu darum, klarzustellen, dass Kapital nicht nur zu Geld werden kann, sondern auch zu Bildung, Güter und Titeln. Geld kann auch nicht das einzige Kriterium für soziale Ungleichheit sein. Bourdieu erschafft eine Klasseneinteilung für die Gesellschaft, die sich an ökonomischem Kapital, sozialem Kapital, kulturellem Kapital, Lebensstil und Geschmack ausrichtet.

Das Kulturkapital, das die Familie erschafft

Die Familie erschafft für ihre Kinder eine erste Erziehung. Diese erste Erziehung ist das, was die Familie den Kindern mit auf den Weg geben an Vorstellungen und Qualifikationen im persönlichen und kulturellen Bereich. Die zweite Erziehung wird von der Gesellschaft über Schule oder Ausbildung oder das tägliche Leben geschaffen. Dieses verinnerlichte Kapital ist dann an den Menschen gebunden und kann nicht schnell und einfach weitergegeben werden. Es muss gelehrt werden. Nicht alle Familien können gleichviel an Bildung den Kindern zukommen lassen. Das führt zu sozialen Ungleichheiten, die nicht einfach zu erkennen sind.

Das Kulturkapital, das durch Güter geschaffen wird

Bilder, Bücher, Aufführungen, Filme, Instrumente und Maschinen sind objektiviertes Kulturkapital. Dieses Kulturelle Kapital kann leicht weiter gegeben werden. Ein Film lässt sich verkaufen oder verschenken. Wer den Film verstehen will, muss über verinnerlichtes Kulturelles Kapital verfügen.

Das Kulturkapital, das durch Titel und Stellungen entsteht

Titel und Stellungen wie Schulabschlüsse oder Universitätsposten gelten Bourdieu als institutionalisiertes Kulturkapital. Der Gebildete weist sich über seinen Titel als gebildet aus. Der Autodidakt muss seine Bildung beweisen.

Ökonomisches Kapital wird in kulturelles umgewandelt, in dem die Familie den Eintritt der Kinder in den Arbeitsmarkt verzögert und sie lernen lässt. Das braucht Zeit und Geld. Der das Geld nicht hat, der muss auf institutionalisiertes Kulturkapital verzichten. Wer die bessere Bildung hat, bekommt ein höheres Einkommen und andere Vorteile.